Gartenstadt-Apotheke Neuenhagen

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News

Nahrungsergänzung im Blick: Pantothensäure


Während manche Vitamine wie Vitamin C oder Vitamin B12 in aller Munde sind, kennt kaum jemand Pantothensäure. Dabei ist das Vitamin unentbehrlich für das Gehirn und den Stoffwechsel.

Zentrales Vitamin im Energiestoffwechsel

Pantothensäure – auch Vitamin B5 genannt – spielt eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel. Als Bestandteil von Acetyl-Coenzym-A sorgt es dafür, dass die Nahrung in Energie umgewandelt wird. Pantothensäure ist auch an der Produktion vieler körpereigener Moleküle beteiligt. Dazu gehören zum Beispiel der rote Blutfarbstoff Hämoglobin oder der Neurotransmitter Acetylcholin. Da Neurotransmitter wichtig für die Funktion des Gehirns sind, trägt Pantothensäure auch den Spitznamen „Brainfood“.

Doping für´s Gehirn?

Fehlt dem Körper Pantothensäure, sind vor allem das Nervensystem und die Muskulatur geschwächt. Die Betroffenen sind häufig müde, haben Kopfschmerzen und klagen über Muskelkrämpfe. Typisch für einen Pantothensäure-Mangel ist ein Kribbeln in den Fußsohlen, dass sich sogar zu einem Brennen entwickeln kann. Die gute Nachricht: Nach der Gabe des Vitamins verschwinden die Symptome schnell wieder.

Doch wer glaubt, Gehirn und Muskeln durch die Einnahme von Pantothensäure noch leistungsfähiger zu machen, wird leider enttäuscht. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit profitieren Personen ohne einen Mangel nicht von der zusätzlichen Aufnahme des Vitamins.

Gut versorgt – und das ganz nebenbei

Ein Pantothensäure-Mangel ist außerdem sehr selten und tritt nur in Ausnahmefällen auf. Der Grund dafür ist, dass das Vitamin ist in fast allen Lebensmitteln enthalten ist. Besonders Muskelfleisch, Eigelb, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte liefern viel Pantothensäure. Doch Vorsicht: Das Vitamin wird durch Hitze zerstört und löst sich im Kochwasser. Wer mehr Vitamine aufnehmen möchte, kocht also am besten mit wenig Hitze oder gart Lebensmittel mit Dampf.

Quellen: Verbraucherzentrale, Elmadfa und Leitzmann: Ernährung des Menschen, 6. Auflage, utb, 2019, Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit

30.07.2021 | Von: Marie Schläfer | Foto: Cora Mueller/Shutterstock.com

Frühzeitig Kortisonspray bei Asthma


Beim Thema Kortison sind viele Asthmapatient*innen zögerlich. Neue Empfehlungen stellen aber klar: Bei erwachsenen Asthma-Erkrankten sollten sie als antientzündliche Komponente von Anfang an dabei sein.

Von Anfang an zweigleisig fahren

Verengte Atemwege weiten und die Entzündung eindämmen: Das sind die zentralen Behandlungsziele beim Asthma. Bisher setzten die Ärzt*innen bei leichten Asthmaverläufen vor allem auf die Erweiterung der Bronchien mit der Wirkstoffgruppe der Betamimetika (zum Beispiel Salbutamol oder Fenoterol). Antientzündliches Kortisonspray kam erst in schwereren Fällen in dazu.

Das hat sich nun geändert: Lungenärzt*innen raten jetzt prinzipiell zur zusätzlichen Gabe von Kortison. Auf diese Weise wird das Asthma von Beginn an über beide Wirkprinzipien beeinflusst und schwere Anfälle werden seltener. Laut Leitlinien sind sowohl bei leichtem als auch bei schwerem Asthma ein Betamimetikum plus Kortison empfehlenswert. Besonders einfach zu handhaben sind dann Fixkombinationen in einem Spray oder Inhalator. Auch bisher unbehandelte erwachsene Patient*innen sollten von Anfang an Kortison und Betamimetikum verwenden, entweder in Fixkombination oder mit Einzelsprays.

Wann ist die Dauertherapie nötig?

Ob Einzelspray oder Fixkombi, viele Patient*innen ziehen zunächst eine Bedarfstherapie vor. D.h., sie benutzen ihr Asthmaspray dann, wenn sie Luftnot bekommen. Doch wann ist eine Dauertherapie erforderlich? Das lässt sich recht einfach über den Daumen peilen: Wer bei Bedarf sprüht und dabei pro Jahr mehr als zwei Inhalatoren braucht, ist reif für die Dauertherapie. Weil in den Sprays jeweils 100 bis 120 Dosen enthalten sind, wurden offenbar 200 bis 240 Dosen benötigt, rechnet der Lungenfacharzt Roland Buhl vor. Dann ist es besser, das Asthmaspray nicht nur bei akuter Luftnot, sondern zusätzlich regelmäßig morgens vor dem Frühstück anzuwenden.

Quellen: Ärztezeitung, Addendum Leitlinie

29.07.2021 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski | Foto: Dragana Gordic/Shutterstock.com

Wie Fruktose krank macht


Fruktose ist beliebt: Sie ist süß und schmeckt lecker. Als natürlicher Bestandteil von Obst und Gemüse hat sie auch noch den Ruf, besonders gesund zu sein. Doch weit gefehlt: Zuviel davon kann krank machen.

Vom Softdrink zum Leberfett

Fruktose oder Fruchtzucker ist nicht nur in den Augen der Verbraucher*innen ein beliebter Süßmacher. Auch die Nahrungsmittelindustrie kennt ihre Vorteile: Denn sie süßt doppelt so stark wie herkömmlicher Zucker, ist dabei billig und damit ein idealer Kandidat zum Süßen von Fruchtnektaren, Softgetränken, Müsli und Süßspeisen. Außerdem erzeugt Fruktose beim Backen das erwünschte Volumen und verhindert bei Tiefkühlprodukten sogar die lästige Kristallbildung.

In Hinblick auf die Gesundheit hat Fruktose aber auch Nachteile. Zuviel davon setzt der Leber zu. Das liegt an ihrer besonderen Verstoffwechslung. Fruktose wird direkt aus dem Darm in die Leber transportiert, dort abgebaut und dann ausgeschieden. Das klappt solange, bis – z. B. durch Softdrinks – Unmengen davon angeschwemmt werden. Dann schafft die Leber den Abbau nicht mehr und es wird brenzlig. Im Gegensatz zur Glukose, die als Glykogen gespeichert wird, gibt es für die Fruktose keine geeignete Speicherform. Stattdessen hilft sich die Leber, indem sie aus dem Fruchtzucker Fett produziert und dieses in den Leberzellen ablagert. Es drohen Fettleber und erhöhte Blutfette.

Fettleibigkeit vorprogrammiert

Doch nicht nur in der Leber schadet ein Zuviel an Fruktose. Weil Fruktose keine Wirkung auf die Sättigungshormone hat, wird bei hohem Fruchtzuckerkonsum ungehemmt weitergeschmaust. Das spiegelt sich darin, dass hoher Fruktosekonsum und Fettleibigkeit eng zusammenhängen.

Daneben können erhöhte Fruktosespiegel im Körper dazu führen, dass vermehrt Purine abgebaut werden und dadurch die Harnsäurespiegel ansteigen. Bei erhöhten Harnsäurespiegeln droht aber nicht nur die Gicht: Harnsäure wirkt auch auf die Gefäße, indem diese starrer werden – woraus ein Bluthochdruck entstehen kann. Außerdem fördern hohe Harnsäurespiegel die Insulinresistenz, was gemeinsam mit dem Bluthochdruck das metabolische Syndrom begünstigt.

Ganze Äpfel statt Apfelsaft

Sollte man Fruktose nun lieber komplett meiden? Verzehrt man ganze, unverarbeitete Früchte, ist die Aufnahme in der Regel unproblematisch. Denn durch die begleitenden Ballaststoffe wird die Fruktose weniger schnell aufgenommen und es entsteht ein Sättigungsgefühl. Auch die Mengen sind überschaubar: Ein mittelgroßer Apfel enthält etwa 6 g Fruktose, ein halber Liter Softgetränk dagegen etwa 25 g. Auch der Apfelsaft ist leider keine wirkliche Alternative. Da ihn ihm bis zu 6 g Fruktose pro 100 ml stecken und keine Ballaststoffe die Fruktose bremsen, ist auch hier die ganze Frucht vorzuziehen.

Die eigentliche Fruktosegefahr lauert also in den Supermarktregalen. Dort sollte man sich bei Fertigprodukten, Softdrinks und Smoothies unbedingt die Zutatenliste unter die Lupe nehmen.

Quellen: ptaheute

28.07.2021 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski | Foto: My Ocean Production/Shutterstock.com

Augenarzneien: Was ist zu beachten?


Das Eingeben von Augentropfen, -salben und -gelen hat viele Tücken. Doch nur bei richtiger Anwendung wirkt das Arzneimittel richtig. Worauf Sie unbedingt achten sollten.

Die richtige Vorbereitung

Tube auf, Medikament rein – ganz so einfach ist die Anwendung nicht. Denn häufig werden Augenarzneien im Kühlschrank aufbewahrt. Gekühlte Flüssigkeiten reizen jedoch das Auge und regen den Tränenfluss an, wodurch das Arzneimittel an Wirkung verliert. Deswegen sollten Augenarzneien immer vorgewärmt aufgetragen werden. Es genügt schon die Arznei einige Minuten in der Hand zu halten oder in die Hosentasche zu stecken, damit sie sich durch die Körpertemperatur auf ca. 32 – 34 °C erwärmt.  Viele Augentropfen (z. B. Livocab) enthalten sehr kleine feste Stoffe, die sich beim Lagern am Boden absetzen. Diese müssen vorher kräftig geschüttelt werden, damit sich diese Feststoffe gleichmäßig in der Lösung verteilen. 

Arzneimittel fürs Auge richtig anwenden

Auch beim Auftragen der Augenmittel ist auf einiges zu achten:

  • Hände gründlich waschen, um zu verhindern, dass Schmutz oder Keime ins Auge gelangen.
  • Kontaktlinsen herausnehmen und frühestens nach 15 Minuten wieder einsetzen. Bestandteile der Arznei lagern sich sonst möglicherweise in den Linsen ein.
  • sich hinsetzen oder hinlegen – je nachdem, was leichter fällt.
  • Kopf nach hinten neigen, nach oben auf einen festen Punkt blicken und das Unterlid mit dem Zeigefinger sanft nach unten ziehen.
  • das Fläschchen dicht über das Auge halten. Dabei darf die Tropfspitze weder das Auge, noch die Wange oder die Finger berühren. Tipp: Verabreicht eine Hilfsperson die Augenarznei, hilft es, die Hand mit dem Präparat an der Stirn der Patient*in abzustützen. Bei abrupten Kopfbewegungen bewegt sich die Helferhand mit, der Abstand zum Augen bleibt gleich und das Augen wird nicht unabsichtlich verletzt.
  • Tropfen, Salbe oder Gel am untern Augenrand in die Tasche (Bindehautsack) geben.
  • Danach das Lid loslassen und die Augen schließen (ca. 1 – 3 Minuten), ohne diese jedoch zuzukneifen. Dies verzögert das Abfließen der Arznei über den Tränenkanal. Bei Salben: Mit geschlossenen Augen nach rechts, links, oben und unten schauen. Dies verteilt die Salbe.
  • Zudrücken des Augenwinkels an der Nase verlängert die Verweildauer des Wirkstoffes im Auge und reduziert Nebenwirkungen.

Weniger ist mehr

Bei Arzneimitteln, die am Auge angewendet werden, gilt: weniger ist mehr. Ein Tropfen bzw. ein 5 bis 10 mm langer, dünner Salbenstrang reicht vollkommen aus. Mehrere oder zu große Tropfen bzw. zu viel Salbe fließen rasch ab. Beim nächsten Lidschlag werden sie aus dem Auge befördert und die Wirkung der Augenarznei verschlechtert sich.

Quellen: H. Gebler, G. Kindl: Pharmazie für die Praxis; Deutscher Apotheker Verlag, 6. Auflage 2013 und Pharmazeutische Zeitung

27.07.2021 | Von: Marie Schläfer | Foto: Stefano Garau/Shutterstock.com